Bilder und Worte
Sonntag, 24. Januar 2010
A.C.R.O.N.Y.M.
shinayne | 24. Januar 10 | Topic 'Sprache'
"2 DDs, 3k dps, lfg HbB hc, mfr."

Es gibt noch eine ASCII-Rose für den, der mir sagen kann, was das heißt.
Auch wenn er sich dadurch outen müsste.

Nachtrag: Ok, man sagt mir, das Problem an dem Satz sei das "mfr" das wohl eher unüblich ist. Lasst es einfach weg.

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Identität
shinayne | 24. Januar 10
Manchmal, nein, eigentlich immer, hätte ich gerne eine weibliche Identität, die nicht mit Schwäche asoziiert sein muss.
Ja, auch wenn ich dann meine Bierkisten wieder selber tragen muss.

Sehr oft hab ich inzwischen schon gehört, ich solle das nicht tun, dafür gäbe es doch die Männer, und ähnliche Kommentare. Meistens von den Leuten, die die gleiche Ausrede benutzen, niemals einen Finger zu rühren.

Also eigentlich immer von Frauen.
Frauen, die sich selbst vermutlich als recht emanzipiert betrachten, sich aber doch alles hinterhertragen lassen wollen.
Sicher, es gibt viele Dinge, die ich nicht tragen kann, oder zumindest nicht, ohne mich zu verletzen. Ich bin kein besonders kräftiges Weibchen.
Aber die Kraft, die ich habe, mag ich auch verwenden, wenn es darum geht, mir meinen eigenen Hintern zu tragen, zumindest.

Ich bin eigentlich nicht besonders stolz, und auf meine körperlichen Fähigkeiten schon garnicht. Aber mich hinzustellen und zu sagen: Ich bin eine Frau, tragt ihr das für mich, dafür dann doch zu sehr.

Auch wenn Bierkisten Treppen hoch tragen ziemlich die Pest ist.

Meine Faulheit kennt sonst keine Grenzen, aber manchmal, aber nur manchmal, haben Frauen ein kleines bischen Respekt ganz gern.
Vor allem vor sich selber.

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Umfragen
shinayne | 24. Januar 10
Ich hab nicht rausfinden können, wie ich eine Umfrage hier ins laufende Geschehem einbetten kann, darum hier der Link:

http://shinayne.blogger.de/polls/

Nehmt Teil und restauriert meinen Glauben an die Menschheit!

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Freitag, 22. Januar 2010
Enthauptungen und Unterwäsche
shinayne | 22. Januar 10 | Topic 'Spiele'
Dragon Age: Oranges, äh, Origins.
Ich habs zum Geburtstag bekommen, gespielt, mehr als 60 Stunden zum Ende durch, und nach den Credits gleich wieder von vorne angefangen.
Es gab bisher nur ein anderes Spiel, mit dem ich das gemacht habe, und das war Baldurs Gate. Ja, der erste Teil.
Ok, ich denke, es ist jetzt offiziell:
Ich bin ein Bioware-fangirl.
Deswegen fühl ich mich auch immer wie jemand, der in jeder Suppe ein Haar sucht, wenn ich mich dazu kritisch äußere.
Aber auch wenn Bioware seine neuen Projekte bei mir mit einem Engelschor samt fliegendem Stern ankündigt, gibt es doch Dinge, die mich stutzig machen.

Da ist die Sache mit der Gewalt. DA:O will ja ein erwachsenes Rollenspiel sein, und das geht nun mal mit Splatter einher. Und da ist ja nun auch nichts falsches dran. Es gibt jede Menge Blut, abgetrennte Teile von anderen Leuten und unglaublich epische fatalities in Zeitlupe.
(Sollte mal einer von euch einen Oger im Nahkampf töten, scrollt ran!)
Nun bin ich also der große Held, stecke dem Darkspawn-gesocks mein Schwert ins Gesicht und seh danach aus, als wär ich unter der Blut-Sprenkelanlage durchgegangen, und was mach ich beim Sex? Klar, ich lass die Unterwäsche an.
Das war dann doch der Punkt, wo mein ansonsten so entzückter Kopf die Tastatur traf.
Nicht nur, dass die Unterwäsche in dieser Welt unglaublich hässlich ist, nein, sie lassen die echt an!

Scrollen wir einmal zurück:
Mass Effect, damals. Ein Spiel, das wegen einer einzigen Szene von manchen Kritikern als „spielbarer Porno“ bezeichnet wurde. Eine Szene, die man wohlgemerkt nur findet, wenn man in den Dialogen entsprechend baggert, was vermutlich die wenigsten getan haben werden, *husthust*. Und dazu noch eine Szene, in der man weniger sieht als in den meisten Standard-Hollywood-„hier muss noch Sex rein“-Filmen. Aber sie ist einfach gut und geschmackvoll umgesetzt. Und sie haben keine Unterwäsche an!

Sex in Spielen ist eh schwierig, und inwiefern man das überhaupt braucht, ist noch mal eine andere Frage. Aber wir haben hier etwas, das noch ziemlich neu ist: Ein Spiel, nur für erwachsene. Und die Charaktere tun, was erwachsene so tun. Sie haben Sex und Gewalt.
Naja…
Wer kam eigentlich ursprünglich mal auf die Idee, Sex und Gewalt immer derart in einem Atemzug zu erwähnen? Is it just me, oder sind das nicht Gegenteile?
Aber egal, in spielen ist halt beides bööööse.
Vermutlich für die, die beides nicht kennen und vielleicht etwas komische Vorstellungen davon entwickelt haben, wie das nun zusammenhängt.

So böse, das selbst Bioware, die Gewalt in ihren Spielen haben, epische Geschichten und Charaktere, die besser sind, als in vielen Büchern, die mutig genug sind, Homosexualität (auch männliche!) zu thematisieren, sich nicht trauen, den Charakteren die Unterwäsche auszuziehen.

Mal ganz abgesehen davon, dass wie viel man sieht, oder auch nicht, immer von der Kamera abhängt, nicht vom Bekleidungsgrad. Mehr selektive Kamera, weniger Unterwäsche.
Das konnte schon Mass Effekt.

Die Gewalt kann bleiben, wie sie ist.

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Donnerstag, 21. Januar 2010
Schlaf- und Wohnzimmer
shinayne | 21. Januar 10
Was mir bei "The Path" noch einfällt:

Im deutschen nennt man das eine Wohnzimmerproduktion, wenn Leute, naja, in ihrem Wohnzimmer so ein Spiel programmieren.
Im englischen heißen diese Leute "bedroom programmers". Nein, tun sie echt!

Nicht nur fragt man sich, warum die Amis/Engländer u.ä. sowas in ihrem Schlafzimmer machen.

Viel besser find ich die Übersetzung und die Frage, was wir uns unter einem Schlafzimmerprogrammierer vorstellen?
Oder, noch besser, einer Schlafzimmerproduktion.

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Girl on girl
shinayne | 21. Januar 10 | Topic '... der metafilm-film'
Ok, Frauen in Filmen, ein Kapitel für sich.
Kann ja kaum einen Film angucken, ohne mich zu fragen:
Sind wir echt so?

Neulich erst wieder den Trailer von Farcry (also dem Film) gesehen, mehr von dem Zeug erträgt man auch nicht, aber dabei fiel mir was auf.

Ein böser Wicht will eine Frau aus der Welt schaffen. Warum wird er dazu immer eine andere Frau schicken, deren Fähigkeiten im Kampf sich im Prinzip aufs Haareziehen und Brüstehaben beschränkt, und nicht seinen selbstgezüchteten, super-ober-dollen-mega-spezialsoldaten?
Schlägt der keine Frauen?
Er muss sie ja auch nur erschießen!
Ich meine, das würde ja vielleicht Gefahr laufen, zu funktionieren, aber dann hätte die Gute ja vielleicht auch einen Gegner, der eine Bedrohung darstellt.

Oder die Gute stirbt einfach, weil sie zu gut aussieht und zu wenig kann.

Dafür würd ich ins Kino gehen!

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^^
shinayne | 21. Januar 10
Ich will ein großes Mädchen sein.
Ich will ein gaaaaanzes Weblog schreiben, ohne einmal ein Emotikon oder die oben gezeigten Ohren zu verwenden.

Normalerweise schreib ich ja auch ohne. Aber das Internet ist ein Zombie, es frisst Gehirne, und plötzlich schreiben wir, als könnten wir Emotionen nicht mehr in der Sprache selbst ausdrücken. Wir brauchen plötzlich Sonderzeichen, deren Bedeutung wir nicht einmal wirklich kennen.

Es gibt eine ASCII-Rose für jeden, der mir die Herkunft dieser Öhrchen da oben erklären kann.
Aber nur eine kopierte.

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Fehler
shinayne | 21. Januar 10
Dieser Satz enthellt drei Fehler.

Ist alt, ich weiß, aber ich mag es.

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The Path
shinayne | 21. Januar 10 | Topic 'Spiele'
Medien sind Medien, und was ein Medium ist verbreitet Kunst, oder Geister, oder beides, richtig? Und Computerspiele sind ein Medium, oder werden jedenfalls immer mehr als solches beworben, von denen, die sie mögen.
Ob das jetzt im Einzelfall nun stimmen mag oder nicht, ich hatte eine Begegnung mit einem Spiel, das Kunst sein könnte, oder eben beides nicht.

The Path gibt es für 7,90 € auf Steam und ist das, was man ein Indie-Spiel nennt, glaube ich. Es ist eine Wohnzimmerproduktion von zwei Leuten, und reißt technisch weder Bäume noch Grafikkarten aus. Ok, die Technik ist nicht der Kunstaspekt, auf den ich hinaus will, wirklich nicht.

Die Kunst daran ist die Präsentation einer Geschichte, einer der einfachsten und doch (zumindest für mich) bedeutsamsten des Geschichtenfundus unserer Kultur: Das Märchen vom Rotkäppchen. Über dessen Geschichte, Überlieferung, Symbolik und Bedeutung kann man Bücher füllen, und hat das auch getan.

Und diese Geschichte soll nun erzählt werden, man spielt eine von sechs Rotkäppchen, die eben mit Wein und Kuchen zu Großmutter sollen. Do not leave the Path.
Jedes der sechs Mädchen hat eine ganz eigene Geschichte. Sie verlassen den Pfad, treffen vielleicht einen Wolf und landen am Ende in Großmutters Haus. Was auch sonst?

Jedes Mädchen hat einen eigenen Wolf, und die Hütte sieht jedes Mal anders aus, abhängig davon, was das Mädchen im Wald getrieben hat. Und dort gibt es, wenn man weiß, wie man sucht, viel zu finden. Nämlich genau die Dinge, die das Rotkäppchen charakterisieren, worüber man es kennenlernen kann, um es und vielleicht auch seinen Wolf zu verstehen.

Das wars auch schon, nur darum geht es.
Nun ist schon oft, und sehr schlüssig, argumentiert worden, es sei kein Spiel. Ist es auch eigentlich nicht. Es gibt keine Schwierigkeit, nichts, was man zu überwinden hätte, außer dem Hang, sich zu verlaufen. Es gibt keine Waffen und keinen Lebensbalken. Es gibt keine Kämpfe und keine Rätsel, außer halt der Geschichte selber.
Es gibt ein Inventar, aber da werden nur Symbole abgelegt.

Aber es ist eine Horrorgeschichte, denn der Wolf ist eine Bedrohung. Vielleicht.
Ich habe noch keinen Computergegner, und sei er noch so monströs, so sehr als Bedrohung empfunden wie die Darstellung dieser Wölfe, die meinem nicht vorhandenen Lebensbalken nichts anhaben könnten. Nur durch die Atmosphäre des Waldes, die Musik, und die Implikationen, die das Zusammentreffen mit ihnen für die Figuren hat. Und, soviel sei gespoilert, das Haus der Großmutter, wo man nach der Begegnung landet, ist schlimmer.

Wer Horrorgeschichten und abgefahrene Kunstprojekte mag, und über Geduld verfügt, sollte sich das vielleicht mal ansehen.

Was auch immer es ist. Es tatsächlich eine der besten Rotkäppchenumsetzungen, die ich kenne, und mit Abstand die interessanteste. Die Geschichte ist alt, das sind die besten, und es wird von einem neuen Medium erzählt, dass in solchen Dingen doch nicht so geübt ist, wie man denkt.
Es handelt von dem Märchen, von Menschen und vom Leben und beeinhaltet dabei eine sehr große Portion Selbstreferenz und Ironie, bei aller Ernsthaftigkeit.

Was es nun sein mag: Auf diese Weise hat mir noch nie jemand eine Geschichte erzählt.

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